Seitai-Tsuda

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"Die Krankheit ist unbedingt notwendig"
Von jeglicher Seite wird ein beträchtlicher Aufwand betrieben, um die Gesundheit zu erhalten, aber: " Wir benötigen keine Methode zur Aufrechterhaltung der Gesundheit" "Le Monde“ Paris, 1980

(über die Seitai-Praktik "Regenerierende Bewegung "katsugen-undo" v.H.Noguchi)

Ich versuche nun einige der am häufigsten gestellten Fragen zu beantworten:

Die Gesundheit ist für uns von brennender Aktualität. Für die Völker des Abendlandes ist es heute schon zur Sage geworden. Sie verbreiten eine neue Methode - ist sie wirkungsvoll?

Haben Sie damit Heilungen erzielen können? Haben Sie wissenschaftliche Statistiken?
Ich möchte gerne von vornherein etwas richtig stellen, um jeglichen Mißverständnis-sen vorzubeugen. Ich kenne die abendländische Einstellung zur Gesundheit.
Dort wird die Krankheit als Aggression gegen die Gesundheit gewertet. Deshalb muß, egal welcher finanzielle Aufwand damit verbunden ist, gegen diese Aggression gekämpft werden und z.B. festgestellt werden, welcher Bakterie was anzulasten ist. Die Krankheit ist etwas Schlechtes wie der Teufel.........
Ich möchte sagen, daß diese Einstellung wie ein Kampf zwischen dem Guten und dem
Bösen ist. Meine Einstellung dazu ist ganz anders. Die Krankheit ist für mich eine Antwort bzw. Reaktion des Körpers auf die Umwelteinflüße. Es ist vor allem wichtig, daß mein Körper in jeder Hinsicht eine angemessene Reaktion zeigt, die nicht von meinem Willen abhängt. Ich gebe Ihnen hierzu einige Beispiele: Wenn ich ein Lebens-mittel zu mir nehme, welches meinem Körper nicht paßt, übergebe ich mich. Die sofortige Annahme der Leute ist, daß sie krank sind und einen Arzt aufsuchen.

Für mich bedeutet das Erbrechen eine adäquate Reaktion meines Körpers gegenüber
des Eindringlings. Also für mich ist die Angelegenheit abgeschlossen und es bleibt mir nur noch, meinem Körper zu danken, daß er so gut gearbeitet hat. Wenn der Magen apathisch ist, so sind die Gedärme aufgerufen, das Notwendige zu vollbringen: Durchfall ist die Antwort

Wenn ich Fieber habe, betrachte ich es als Selbstverteidigung meines Körpers, um
Bakterien abzutöten. Folge dessen schreite ich nicht willkürlich ein, um die Temperatur zu senken. Ich gebe meinem Körper freie Hand, denn er ist genügend trainiert, um allen möglichen Situationen Herr zu werden.
Ich gebe meinem Körper Priorität in dem Maße, indem er angemessen auf alle
möglichen Einflüße reagiert. Das Wort "Heilung" bedeutet nichts für mich. Das würde einen Kampf gegen das Schlechte voraussetzen. Das Wort "Wirksamkeit" ebenfalls.

Hier das Beispiel einer Frau, die bereits vier Brustkrebsoperationen hinter sich hat.
Seitdem sie mit uns praktiziert, hat sie ihren Krebs vergessen. Ist sie geheilt oder nicht? Es steht mir nicht zu darauf zu antworten, da ich es nicht weiß.
Ich möchte nicht gerne eine Polemik aufkommen lassen, indem ich sage, daß sie zuvor verkrebst war und es jetzt nicht mehr ist. Sie hatte Operationen und man kann es anhand der Aufzeichnungen überprüfen.
Man könnte aber genauso gut argumentieren, daß ein Diagnosefehler vorlag und das
dies kein echter Krebs war und folglich auch keine Heilung stattgefunden hat. Diese Art von Rhetorik geht mich nichts an. Trotzdem kann ich sagen, wenn sie begonnen hätte zu praktizieren mit dem Ziel, ihren Krebs zu heilen, wäre die Lage sehr unterschiedlich gewesen.

Wenn ich richtig verstanden habe, ist es also eine Therapie ohne eine zu sein. Oder anders gesagt, keine Therapie aber mit positiven Auswirkungen auf die Gesundheit?

Ich sehe die Hartnäckigkeit, mit der Sie das Wort Therapie gebrauchen. Das ist
ungefähr so als würde man eine wunderschöne Landschaft durch die kleine Öffnung einer Schießscharte betrachten. Sie sehen was vor Ihnen ist, aber nichts Anderes. Weder Berge, noch Wälder noch Blumen. Ich gebe zu, daß es eine Angewohnheit der Abendländer ist, alles durch "Schieß-scharten" zu sehen, wovon sie sich nicht leicht lösen können. Bei den Japanern ist es genauso, wenn nicht sogar noch schlimmer.
Die Methode, die von Itsuo Tsuda in Europa eingeführt wurde, nennt sich katsugen
"Regenerierende Bewegung". Das Besondere an dieser Bewegung ist, daß sie nicht über den Willen erzeugt wird wie z.B. eine Gymnastik, physische Betätigung, Tanzen, o.ä. Es geht darum, kurzfristig das willentliche System auszuschalten und den Körper ganz alleine arbeiten zu lassen - ohne ihm auszuführende Befehle zu geben.
Also im Grunde außerordentlich einfach. Wenn man zur Praxis kommt ist es allerdings
ganz anders. Das willentliche System loszulassen ist keine unbedeutende Aufgabe. Man hat Angst in einen tiefen Abgrund ohne Boden zu stürzen. Tatsächlich befinden wir uns in einer widersprüchlichen Situation: willentlich den Willen außer Kraft zu setzen. Die Vorstellungskraft entfacht sich und es kommt zu extravaganten
Interpretationen. Einige denken, es handelt sich darum, irgendetwas zu machen. Man nennt das normalisierte Feld "Seitaï". Der Begriff "Seitaï" läßt sich nicht wie hier im Westen mit Abwesenheit von Krankheit oder statistischen Werten wie so und soviel Temperatur, Blutdruck, Größe, Gewicht, usw. definieren. Es gibt also kein Modell nachzuahmen. Es ist schwierig "Seitaï" mit materiellen Bedingungen zu beschreiben. Aber man fühlt nach und nach, daß man sich ändert – im Vergleich zu dem was man vor x Zeit war.
Ganz am Anfang geistig: man hört auf sich vor allen möglichen Ängsten zu fürchten.
Man fühlt wie die Grenzen und Schwierigkeiten kleiner werden und man ohne verkrampft zu sein zu handeln beginnt.

Körperlich: die Dehnbarkeit der Muskeln im ganzen Körper wird größer d.h. der
Körper wird weich und elastisch. Nicht die Elastizität eines Akrobaten oder
Schlangenmenschen, sondern eine natürliche Beweglichkeit. Der Unterschied zwischen An- und Entspannung wird viel größer.
Der Begriff des "Seitaï" ist wesentlich schwieriger zu vermitteln, als den Begriff
Gesundheit und Krankheit, den Jedermann kennt. Was mich betrifft, hat sich dieser
Begriff mit zunehmender Erfahrung geändert - im Vergleich zu dem was ich noch
vor 5 Jahren dachte.

Es scheint, daß sehr gute Ergebnisse bei der Schwangerschaft und Geburt erzielt werden. Ist das richtig?

Es ist zugleich richtig und falsch. Tatsächlich gab es sehr gute Ergebnisse. Einige
Eltern, bestätigen diese Ergebnisse. Was sie besonders erstaunt, ist die Qualität ihrer
Kinder, die geradezu ins Auge sticht. Sie sind ruhig, dynamisch und trotzdem verständnisvoll und folgsam. Sie gehen sehr schnell durch alle Phasen der Kinder-krankheiten. Die Eltern kennen den Unterschied zu eigenen, anderen Kindern und
Kindern Anderer. Aber alles hängt vom Verständnis der Eltern ab.
Es wäre falsch zu glauben, daß ich Geburtshelfer bin. Tatsächlich mache ich nichts in
dieser Richtung, weil ich kein Gynäkologe bin. Was ich mache, ist während der Seminare über die verschiedenen Aspekte der Geburt zu sprechen. Was ich versuche ihnen mitzuteilen, ist folgendes: Es sind nicht die Geburtshelfer, Hebammen, Maschinen oder das Wissen, das gebärt, sondern die Frau selbst. Es ist eine zu einfache Erklärung. Zu dumm werden sie sagen.
Wenn es so einfach ist, warum gibt es dann so viele Schwierigkeiten?
Ich sage es nicht zu laut, sonst würde ich eine heilige Formel in Frage stellen.
Die Atmosphäre, die bei den Seminaren herrscht, läßt die Leute sich loslösen aus ihrem mechanischen Lebensrhythmus in dem sie leben, um Sie ihren eigenen biologischen Rhythmus spüren zu lassen. Männer wie Frauen gleichermaßen.
Die "Regenerierende Bewegung" ist dennoch weder eine Geburtsmethode, noch eine
Methode, um Musikern oder Sportlern zu helfen. Obwohl es natürlich welche gab, die
daraus Nutzen gezogen haben um ihre Leistung zu verbessern. Ihr Ziel ist nur, das "Feld" zu normalisieren, unseren Organismus zu "seiteisieren".
Da der Begriff "Seitaï" zu schwierig zu verstehen, beziehungsweise zu empfinden ist,
sage ich: praktizieren ohne irgendein Ziel. Sei es nun therapeutisch oder nützlich.
Natürlich entspricht die "Regenerierende Bewegung" etwas extrem Präzisem. Nämlich dem Training des "extrapyramidalen Systems (vegetatives Nervensystem)". Es geht dabei darum, unsere angeborene Fähigkeit, unseren Körper im Gleichgewicht zu halten, zu aktivieren.

Es handelt sich dabei weder um eine phantasievolle Bewegung, wie die Abendländer
so gerne polemisieren, noch um das Erlernen einer neuen Methode. Das Ziel ist unsere Möglichkeiten in uns selbst zu entdecken. Diese Entdeckung läßt sich nicht durch diskutieren erreichen, sondern nur durch ihre Ausübung.


Was ist das Ziel der "Regenerierenden Bewegung" - katsugen-undo?

Das Ziel der Bewegung ist, das "Feld" zu normalisieren.
Das Wort "Feld" wird in einem sehr weiten Sinn verstanden, welches den physischen und psychischen Aspekt des Individuums umfasst. Aber eine Aussage wie diese bleibt nicht so stehen, ohne sich an dem kartesianischen Geist zu stoßen.
Die Notwendigkeit zu analysieren hat dazu geführt, den Menschen als physio-
chemische Substanz mit der Begabung zur Intelligenz, aus Zusammenfügung aus
atomischen? Einzelteilen, oder als Tier mit einer höherwertigen Genetik zu verstehen.
Die Erziehung hindert uns daran, den Menschen als ein einmaliges und unteilbares
Wesen zu sehen. Obwohl, das ist genau, was wir instinktiv tun. Dies geschieht mit unseren Freunden, bevor wir die Zeit haben, zu überlegen. Wir betrachten sie nicht als physiochemische Substanzen oder Zusammenfügung von Organen. Wir spüren in jedem von ihnen einen unterschiedlichen Lebensrhythmus und eine unterschiedliche Art zu reagieren.
Es gibt noch eine zweite Schwierigkeit, die auftaucht, um diesen Gesichtspunkt zu
akzeptieren. Die Notwendigkeit, das "Feld" zu normalisieren. Eine solche Notwendig-keit zuzugeben, gleicht der Aussage, zuzugeben nicht normal zu sein d.h. anormal zu sein. Wer würde es wagen, mit seinem Selbststolz, dies zuzugeben?
Könnten Sie mir in kurzen Zügen die Entwicklungsgeschichte der "Regenerierenden Bewegung" aufzeigen?
Die "regenerierende Bewegung" Katsugen-Undo entstand durch den Ehrgeiz von Maître Haruchika Noguchi vor über 60 Jahren. Zu Beginn wurde die "Regenerierende Bewegung" tatsächlich für therapeutische Zwecke eingesetzt. Seitdem haben sich aber die Erkenntnisse Noguchi's gewandelt.
Seine Entwicklung gebahr folgende Fragen:
Soll man die Krankheit mit allen Mitteln heilen? Ist die Krankheit nicht dazu nützlich um die Gesundheit zu erhalten? Ist die Krankheit nicht eine notwendige Funktion in unserem integralen Leben? Ab diesem Zeitpunkt hat er den Begriff "Seitaï", den ich vorher beschrieb ins Leben gerufen.
Auf dem Gebiet der „Regenerierenden Bewegung“ gibt es keine Meister.
Ich bin kein Meister. Im Gegenteil, jeder ist Meister seiner selbst. Jeder muß seine
Bewegung entdecken. Es gibt weder eine Entdeckung noch eine Übertragung, wie es bei einer esoterischen Lehre der Fall ist. Ich bin unfähig ein Modell zu geben oder die
Bewegungen nachzuahmen, die jeder aus einem ganz einfachen Grund macht:
Es ist der Wunsch des Körpers, der bei jedem anders ist.

Regelmäßig treffen sich die Interessierten, um gemeinsam die "Regenerierende Bewegung" (katsugen-undo "divine movement") zu praktizieren. Es werden einführende und weiterführende Themen erörtert.
z.B: Schwangerschaft, natürliche Geburt; Atmung, Erziehung des Unbewußten,
Gesundheit, Krankheit & Illusion, tiefer Schlaf, Menstruation & Menopause uva.

In der Natur- & ElternSchule Seitai (www.LoveBirth.de) sind all Jene willkommen, die
weder gute Ratschläge noch Verhaltensreglementierungen oder Rezepte erwarten.
*** Artikel aus „Le Monde“ Paris, 1980 von Itsuo Tsuda ***

Die Bewegungen eines Babys wiedererlangen
Itsuo Tsuda mag es überhaupt nicht, wenn man ihn fragt, ob die Regenerierende Bewegung wirksam sei. Der Begriff der Wirksamkeit muß bei jeder Suche auf dem Gebiet des Ki, des Fühlens fremd sein. Aber was fühlt man dann? "Seien sie wie kleine Kinder", sagte Haruchika Noguchi. "Haben sie das Herz eines reinen Himmels".
Es handelt sich einfach um die Entdeckung einer natürlichen Bewegung, die potentiell bei jedem Menschen vorhanden ist. Man entdeckt also seine Kindheit, seinen Ausgangspunkt. Und man entdeckt sich selbst.
Für gewisse Leute ist das manchmal unerträglich. Sie verlassen den "Dojo" vom Katsugen-Kai! Aber das passiert genauso selten, wie sich die Bewegung schon bei der ersten Sitzung auslöst; diese geschieht meistens nach der fünften Sitzung oder noch später. Die Bewegung löst sich aus, wenn man eine vollständige Leere geschaffen hat, wenn es gelingt, sich loszulassen - wie ein Baby, das keine willentlichen Bewegungen macht.

Übersetzung des Artikels in „Le Monde“ 1980;
copyright – Michael Rotter – love@Lovebirth.de

Itsuo Tsuda sur "Seitai" katsugen-undo et yuki - Haruchika Noguchi "pour maintenir la santé, l'homme n'a besoin d'aucune méthode"

Wer denkt, daß man nur gesund und aktiv leben kann,
wenn man sich um diverse Methoden sorgt,
hat die natürliche Funktion des Körpers abgestumpft,
da diese ja auf natürliche Weise aus dem Inneren
des Organismus hervorsprudeln muß.
Deshalb empfehle ich, "Katsugen-Undo“
zu erfahren, anstatt über Kenntnisse
in Sachen Gesundheit nachzudenken.

Haruchika Noguchi (Seitai)

 

"Katsugen-Undo“ divine-Seitai-movement "regenerierende Bewegung

 

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