Milgram-Experiment

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Aus dem Milgram-Experiment konnten schockierende Ergebnisse hinsichtlich des tatsächlichen Vorhandenseins von blindem Gehorsam beim Menschen unter bestimmten Situationen gewonnen werden.

Von insgesamt 40 Versuchspersonen brach keine einzige das Experiment bei einer Stromstärke, die niedriger als 300 Volt war, ab. Deutlich mehr als die Hälfte (26 der Testpersonen), vollendeten das Experiment sogar bis zum Höchstwert von 450 Volt.

Geschichtlicher Hintergrund des Milgram-Experimentes

Das Milgram-Experiment, benannt nach seinem Erfinder, dem amerikanischen Psychologen Stanley Milgram, wurde im Jahre 1961 in New Haven erstmals durchgeführt. Milgram wurde vom Psychiater Jerome Frank inspiriert, da dieser sich schon in der 40er Jahren die Frage stellte, wie bei einer Gruppe wüllkürlich gewählter Personen die Gehorsamsbereitschaft ist und wovon diese abhängt.

Frank machte damals einen ersten Versuch, der dann später die Grundlage des Milgram-Experimentes war. Er gab seinen Testpersonen 12 geschmackslose Kekse und behauptete ihnen gegenüber, dass deren Verzehr wissenschaftlich unbedingt notwendig sei und sie diese auf jeden Fall aufessen müssten, auch wenn sie ekelig seien. Er stellte letztendlich überraschend fest, dass sich nur 10 Prozent der Probanden geweigert hatten, die Kekse tatsächlich zu essen.

Mit seinem später im Jahre 1961 abgewandelten eigenen Experiment wollte Milgram herausfinden, ob man aus sozialpsychologischer Sicht einen Erklärungsansatz für den blinden Gehorsam im Nationalsozialismus finden kann. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger benutzte Milgram jedoch keine harmlosen Kekse, sondern angebliche Elektroschocks, die die Probanden einem armen Schüler bei falschen Antworten (dieser war natürlich ein Schauspieler) verabreichen sollten.

Der genauere Ablauf des Experimentes wird in den folgenden Menupunkten  beschrieben.

"Die Ergebnisse des Milgram-Experimentes hatten natürlich aus sozialpsychologischer Sicht auch einige Folgen. Man musste von der damals geltenden These, dass die Deutschen halt obrigkeitshörig seien, abweichen. Das Entstehen von blindem Gehorsam hatte also definitiv keine kulturellen oder abstammungsmäßigen Gründe, sondern jeder, egal, ob Schwarz, Weiß, Christ, Moslem, Reich oder Arm (man könnte diese Aufzählung noch um viele Punkte erweitern) ist ein potentielles Opfer blinden Gehorsams.
Dass dies so ist, zeigte sich auch an den Reaktionen einzelner Teilnehmer des Experimentes nach der Durchführung und späteren Aufklärung. Einige waren selber über ihr eigenes Verhalten erschrocken und waren sogar froh, dass ihnen das Experiment die Augen geöffnet hätte. Sie wollten aus dem Ergebnis für die Zukunft lernen und nicht mehr blind irgendwelchen Autoritäten Folge leisten.
Natürlich wurde auch überprüft, ob das Experiment für die Probanden ansonsten auch langzeitliche negative Auswirkungen hatte (z. B. Selbstzweifel). 83 Prozent waren nach einer Befragung nach einem Jahr aus oben erwähnten Gründen froh, am Experiment teilgenommen zu haben. Nur ein Prozent bedauerte die damalige Entscheidung der Teilnahme. (...)"

"Auch wenn Forscher den Schritt vom Labor zu Gewaltverbrechen als groß betrachten, zieht der Sozialpsychologe Tomasz Gryzb, der an der polnischen Studie mitwirkte, ein drastisches Fazit: "Ein halbes Jahrhundert nach Milgrams Originalstudie zur Unterwürfigkeit gegenüber Autoritäten ist eine überwältigende Mehrheit weiterhin willig, einen hilflosen Menschen durch einen Stromschlag hinzurichten."

Buch-Tipp von Ken Jebsen (KEN-FM): Gustav Le Bon "Psychologie der Massen" kostenloser download  (Zusammenfassung)

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